Tabulaturen

Die Tabulaturperspektive!

  • Tabulaturen sind eine Art Notenersatz. Sehr verbreitet, vor Allem für Gitarren- und Bass-Läufe vieler moderner, aber auch klassischer Stücke.
  • Tabulaturen bieten eine vereinfachte Möglichkeit der schriftlichen Dokumentation einzelner Gitarrenspuren eines Songs.
  • Tabulaturen sagen nur selten etwas über das Timing des Stückes aus und sind deshalb nur dann wirklich erfolgreich, wenn der Lernende eine Originalaufnahme zur Orientierung benutzen kann.
  • Aber auch Tabulaturen lesen will gelernt sein! Im Gegensatz zu Noten spielt man Tabulaturen meist nicht vom Blatt, sondern nutzt diese nur, um ein Stück auswendig zu lernen oder Vergessenes zu memorieren.

 

 

Dargestellt werden Tabulaturen meist so:

E|—————————————————————

B/H|————————————————————

G|—————————————————————

D|—————————————————————

A|—————————————————————

E|—————————————————————

 Und so sieht das auf der Gitarre aus:

Gitarrenhals mit Leerseitentönen

Gitarrenhals mit Leerseitentönen

 Kleiner Tipp: Um sich die Leerseitentöne von der dicksten zur dünnsten zu merken gibt es ein hilfreiches kleines Sprichwort, dass da lautet: “Eine Alte Dame Ging Brötchen Einkaufen”

 

Das Tabulaturprinzip ist an sich ganz simpel:

  • Die Zeilen der Tabulatur geben die zu spielenden Seiten an.
  • Zahlen, die in diesen Zeilen auf Höhe der Linien geschrieben werden geben den Bund an auf den ein Finger der Linken Hand soll.
  • Gelesen werden Tabulaturen immer von links nach rechts.
  • Stehen mehrere Zahlen direkt übereinander auf verschiedenen Seiten so müssen sie gleichzeitig gespielt werden.
  • 0 bedeutet die Seite wird leer (ohne einen Finger der linken Hand auf einen Bund zu legen) gespielt
  • Die Anzahl der Zwischenstriche gibt NICHT immer das Tempo an! Manchmal dienen sie jedoch als grobe Richtline.
  • x steht für einen abgedämpften Ton. Wie dieser gedämpft wird ist dabei nicht näher definiert und bleibt der Fantasie des Gitarristen überlassen.

 

 

 

Kleine Beispieltabulatur gefällig? ;-)

E|—————————————————————|

B/H|——————————-8—7———————|

G|—————————————-7———————|

D|—2—5—7—x—————————-7————–|

A|—2—5—7—x—5—6—7——————————|

E|—0—3—5—x———————————————|

Erst drei Akkorde (mehrere Zahlen übereinander in verschiedenen Zeilen) und danach wird gespielt A5, A6, A7, B8, B7, G7, D7!

 

Tipp: Wenn du dich noch nicht so richtig im System zurecht findest ist das auch nicht schlimm. Das kommt mit der Zeit noch. Also keine Panik! :-)

 

 

 

Die Sonderzeichen in der Tabulatur:

Für bestimmte Dinge gibt es Sonderzeichen in den Tabulaturen. Hier ein kleiner Zeichenschlüssel:

h = Hammer on

p = Pull off

b = Banding

r = release Banding

/ = Slide

\ = Slide 

 

Aber was ist das eigentlich alles?

Nun ja. Der Gitarrist allgemein ist in Musikerkreisen als Solo-süchtig verschrien. Da einfache Läufe wie aus dem Beispieltab für ein Solo wunderbar frisiert und verkompliziert werden können (sich dementsprechend auch ungeheuer cool, lässig, sowie schwierig anhören) und Gitarristen durchaus manchmal ein wenig zur Selbstdarstellung neigen, wird davon nur allzu oft Gebrauch gemacht.

Ich meine. Das ist schon eine tolle Sache :-) Aber man sollte wirklich nicht übertreiben, wenn man nicht schnell beispielsweise ein paar Drummsticks ganz tief in der Nase stecken haben möchte.

 

Beim Nachspielen eines Stückes würde eine Abstinenz derartiger Spielereien stark auffallen. Deshalb bietet das Tabulatursystem auch hierfür eine Möglichkeit der Darstellung! -> Die Sonderzeichen!

  • Hammer on = Einen Finger der linken Hand auf die nach dem ”h” (in der Tabulatur) angegebene Position (durch eine Zahl) ”hämmern”, ohne die Seite an zu schlagen. Wenn du es richtig gemacht hast klingt der Ton.
  • Pull off = Ist eine Art Gegenstück des Hammer on. Man zieht mit immer noch auf das Griffbrett gerichtetem Druck den Finger einfach von seiner Position runter. Idealerweise sollte die Seite durch diesen Abzug klingen. Meist muss ein anderer Finger auf der Seite verbleiben. Ob und wo gibt die Ziffer nach dem “p” an.
  • Banding = Unter einem Banding versteht man das Ziehen einer Saite nach oben oder unten (wenn du die Gitarre in Spielposition vor dir hast). Durch den somit erhöhten Zug auf den Saiten kommen am jeweiligen Bund höhere Töne zustande als üblich! Dieser Effekt ist an die Stärke des Ziehens gebunden. 5b7 in der Tabulatur bedeutet beispielsweise, dass man mit dem Finger auf dem 5ten Bund die Saite so stark ziehen soll, bis diese klingt wie am 7ten (meist zwei Halbtöne).
  • release Banding = Beim release Banding wird eine bereits gezogene Saite angeschlagen und der angewandte Zug auf die Saite aufgehoben. 7r5 bedeutet somit, dass man vor dem Anschlagen die Saite am 5ten Bund gezogen hat (sodass sie beim Anschlagen wie am 7ten Bund klingen würde), dann die gezogene Saite anschlägt und den Zug soweit aufhebt, dass sich der Ton wieder wie am 5ten Bund anhört.
  • Slides = Bei Slides rutscht man regelrecht auf den durch die Zahl angegebenen Bund zu. Bei 5/7 schlägt man die Saite an und rutscht mit einem Finger der linken Hand vom 5ten auf den 7ten Bund. Dies sollte passieren noch während der Ton klingt! Bei 7\5 verfährt man anders herum ;-) . Begegnet dir jedoch nur eine Zahl mit / oder \ so bedeutet dies, du sollst einfach vom Hals (/) bzw. vom Korpus (\) aus auf den Bund sliden.

Eine Antwort

24 12 2008
ziege

jeah! super anleitung! danke!

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